Was gibt es Neues von Buntspecht?
Nachdem Buntspecht in sein neues Heim nach Aalen gezogen war, machte er erst einmal Karriere als Familiendackel, er wurde aber gleich auch auf seinen späteren Beruf als Jagdhund vorbereitet.
Frühsommer 2010
Buntspechts erste Kontakte in die Teckelwelt wurden im DWH in der Sektion Ostalb geknüpft, wo er in den Begleithundekurs der Sektion reinschnupperte. Außerdem wurde er in der Welpengruppe der Kreisjägerschaft in die Jagdhundegesellschaft aufgenommen. Und damit auch mal ein richtiger Jagdhund aus ihm wird, durfte er Frauchen selbstverständlich immer ins Revier begleiten.
01.05.2010 - Der weichgeschossene Bock - Buntspechts erste Nachsuche
Eine recht abenteuerliche, aber wahre Geschichte, die erzählt werden muss:
Am 1. Mai, also dem Tag, der wegen Aufgang der Bockjagd für den Jäger mit der bedeutendste Tag im Jagdjahr ist, durfte der kleine Buntspecht selbstverständlich wieder mit zum Ansitz, denn einem kleinen Teckel, der mal ein richtiger Jagdhund werden will, darf man eine solche Gelegenheit zur gemeinsamen Jagd nicht verwehren - und eine gemeinsame Jagd wurde es dann auch tatsächlich.
Auf dem Schoss seines Frauchens sitzend konnte der Kleine schon am Morgen den ersten Ansitz genießen. Ein Bock trat zwar nicht aus, aber der Kleine bemerkte den vor der Kanzel schnürenden Fuchs noch vor seinem Frauchen, die erst aufmerksam wurde, als Buntspecht aufmerksam windete und leise vor sich her grummelte. Ob er es seinem Frauchen übernahm, dass diese den Fuchs verschonte, weiß man nicht. Möglich wäre es schon, denn ein Dackel kennt keine Schonzeit. Aber noch war die Stunde des Kleinen noch nicht gekommen.
Nach dem noch wenig erfolgreichen Morgenansitz ging es zum Abend wieder raus. Auch diesmal war der Kleine selbstverständlich dabei, und aufmerksam beobachtete er vom Ansitz aus das Revier und er sog dabei alle die guten Gerüche des Waldes in sich auf. Dann kam er - der Bock. Buntspecht bemerkte ihn - wie nicht anders zu erwarten - zuerst, denn die Jagdsinne eines Teckels sind, auch wenn der Teckel erst vier Monate alt ist, schon weit besser ausgeprägt als die der Menschen. Da stand er nun, auf knapp 100 Meter Entfernung. Ruhig schritt er dahin, verhoffte und ging weiter. Mal war er in Bewegung, dann stand er spitz oder schräg. Geduld war angesagt. Jetzt drehte sich der Bock breit - und da flog dann auch schon die Kugel. Und dann ging alles ganz schnell. Ob der Bock zeichnete, war im Schuss nicht zu sehen, er ging aber ab. Jetzt erst einmal Ruhe bewahren. Nach einer als ewig lang empfundenen Wartezeit von vielleicht zehn Minuten ging Frauchen los, um den Anschuss zu suchen und zu kontrollieren. Buntspecht musste währenddessen auf der geschlossenen Kanzel warten. Der Anschuss war wenig aussagekräftig, Schweiß oder Schnitthaar war nicht zu finden. Also erst mal wieder zurück und den Jagdherrn informieren, damit dieser mit seinem Teckel - einem ausgebildeten und erfahrenen Jagdhund - den Anschuss kontrollieren und den Bock suchen konnte. Doch der Jagdherr war nicht erreichbar, und so wurde dann der ebenfalls ansitzende Mitjäger informiert und nach einem vielleicht verfügbaren Hundeführer befragt, worauf dieser riet, es doch einmal mit Buntspecht zu versuchen.
Vor meinem inneren Auge sehe ich schon jetzt alle gestandenen Hundeführer, die sich kopfschüttelnd über einen solchen Unsinn aufregen mögen, aber es geht hier nicht um lehrbuchmäßige Hundeabführung, sondern um die Schilderung des Geschehenen, und dazu gehört eben auch die ehrliche Offenlegung der gemachten Fehler, die den Beteiligten bekannt sind und daher keiner weiteren Kommentierung durch besserwissende Dritte bedürfen.
Buntspecht wurde mittlerweile immer aufgeregter, denn er spürte - und vielleicht hatte er es auch schon in der Nase, dass nicht alles so war wie es sein sollte. Da Buntspechts Frauchen mit Waffe, Hund und Rucksack beim Abbaumen mehr als reichlich zu tragen hatte, musste der Rucksack erst mal oben bleiben. Buntspecht wurde unter der Kanzel - weil Halsung und Leine noch im Rucksack waren - erst einmal frei abgesetzt und Frauchen wollte wieder hoch, den Rucksack holen. Aber sie hatte die Rechnung ohne Buntspecht gemacht.
Den kleinen Buntspecht hielt es nicht an seinem Platz. Kaum abgesetzt, ging er ab in Richtung Anschuss. Ob er die Richtung schon von dem vom Hochsitz aus aufgenommenen Wind hatte oder auf der Führerfährte lief, weiß man nicht. Seinem Frauchen war nun der Rucksack egal, sie musste hinter dem Hund her, der sich jedoch nicht mehr einfangen ließ, sondern zielstrebig vorwärts ging. Im Bereich des Anschusses angekommen bögelte der Kleine hin und her, und dann ging er richtig ab. Wo Frauchen vorher noch dachte, dass der Bock nach links abgesprungen sei, ging der Kleine aber nach rechts. Frauchen war ein wenig beruhigt, denn rechts war wohl nichts und der Kleine würde sicher auch gleich zurückkommen. Trotzdem lief sie hinterher. Und das war auch gut so - denn erstens hat der Dackel immer Recht, und zweitens hörte sie dann auch in einer Entfernung von vielleicht 250 Metern vom Anschuss den Standlaut des kleinen Buntspechts, der den Bock im Wundbett gestellt hatte und nun aus vollem Hals verbellte.
Als Frauchen jedoch näher kam, wurde der offensichtlich schwer kranke Bock aufgemüdet, er ging in weiten Sprüngen ab und der Kleine, der bis zum Standlaut stumm geblieben war, jagte ihm nun, selbstverständlich deutlich langsamer fährtenlaut hinterher. Und noch langsamer folgte Buntspechts Frauchen. Und dann verstummte der helle Fährtenlaut, und wieder war der Standlaut des Welpen zu hören, denn der Bock, dessen Flucht einen Bogen beschrieb, war nach ca. 300 Metern im zweiten Wundbett niedergegangen. Er wurde jedoch wieder, als sich Buntspechts Frauchen näherte, aufgemüdet, und die fährtenlaute Jagd ging weiter. Nun hatte der schwerkranke Bock aber nicht mehr die Kraft für eine weitere lange Flucht, nach ca. 200 Metern ging er ins dritte Wundbett, wo er dann zuerst noch von Buntspecht verbellt wurde.
Schwer gezeichnet von der langen Flucht sank der Bock nun aber krank zusammen, was den kleinen Buntspecht auf eine noch höhere Stufe der Jagdleidenschaft führte. Er ging den Bock an, verbiss sich zuerst in den Hinterlauf des liegenden Bocks und ging im dann frontal an die Drossel, wo er sich fest verbiss und auch nicht mehr losließ, als sich sein Frauchen eiligst näherte. Nun war nicht daran zu denken, dem schwer gezeichneten Bock den Fangschuss anzutragen, da dies den Kleinen übermäßig gefährdet hätte. Und so wurde der für jede weitere Flucht zu stark geschwächte Bock denn, der von dem kleinen Buntspecht - der gerade erst vier Monate alt geworden ist und als Zwergteckelwelpe nur knapp über drei Kilo wiegt, fest an der Drossel gepackt war, abgefangen und von seinem Leiden erlöst.
Nun ging es ans Bergen und Aufbrechen, und dabei stellte sich heraus, dass der Bock sich im Augenblick des Schusses gedreht haben musste, weshalb er nicht in der Kammer, sondern dahinter ins Weiche getroffen wurde. Auch dieser Schuss war zweifellos tödlich, aber eben nicht direkt. Der Bock wäre, wenn die Suche erst nach ein bis zwei Stunden aufnommen worden, sicher bereits verendet im ersten Wundbett gefunden worden. Durch den ungewollten Einsatz des kleinen Buntspechts konnte das Leiden des Bocks jedoch deutlich verkürzt werden - und der kleine Buntspecht war der Held des Tages.
Selbstverständlich erhielt er beim Aufbrechen seinen gerechten Anteil, den er gleichermaßen freudig wie gierig auch in Empfang nahm. Als der Abend dann zu Ende und es nach Hause ging, schlief er mit einem - wie glaubhaft versichert wurde - noch nie gesehenen richtig zufriedenen Gesichtsausdruck in seinem Körbchen auf dem Beifahrersitz. Und zuhause angekommen, schlief er sich dann richtig aus bis in den Vormittag hinein. Aber ab und zu waren Hetzlaute aus dem Körbchen zu hören, sicherlich träumte er sein erstes Jagderlebnis nach und gab dazu im Schlaf den passenden Laut. Buntspechts Einstand in sein Leben als Jagdhund kann - auch wenn dieser Einstand nicht dem Üblichen entspricht - als durchaus gelungen angesehen werden. Ein Waidmannsheil dem kleinen Buntspecht und selbstverständlich auch seinem Frauchen.
06.06.2010 - Zuchtschau der DWH-Sektion Gäu-Schwarzwald
Richter Jens Witter (Nürnberg) bewertete den Kleinen in der Babyklasse (bis 6 Mon.) mit der Höchstbeurteilung "vielversprechend". Außerdem wurde er zum schönsten Teckel der Babyklasse auserwählt.
04.07.2010 - DWH-Landessiegerausstellung in Herrenberg
Bewertung durch RIchter Dieter Engel, Coburg:
Noch Milchzähne vorhanden, schöner Typ, fester Rücken, Winkelung dürfte etwas ausgeprägter sein, noch etwas locker in der Schulter, gut geführte Hinterhand, gut führig. Versprechend.
17.07.2010 - Brauchbarkeitsprüfung der Kreisjägerschaft Calw
Da Buntspecht von Anfang an ein besonderes Faible für Nasenarbeit hatte und von den Schleppenübungen in der Junghundgruppe nur noch gelangweilt war, begann im Juni 2010 die Ausbildung des Kleinen mit dem Fährtenschuh. Auf der Fährte war der Kleine von Anfang an überzeugend, und nachdem auch der erforderliche Gehorsam halbwegs funktionierte, wurde Buntspecht zur Prüfung der jagdlichen Brauchbarkeit für Nachsuchen in Schalenwildrevieren der Kreisjägerschaft Calw gemeldet.
Unser Buntspecht, als Zwergteckel der kleinste und mit 6 1/2 Monaten der jüngste Teilnehmer der Prüfung, bestand die Prüfung mit Bravour als Tagessieger.
24.10.2010 - Spurlautprüfung
Am Sonntag, dem 24.10.2010 bestand Buntspecht im Alter von knapp 10 Monaten die Spurlautprüfung in Rißtissen bei der DWH-Sektion Ulm/Alb-Donau mit 72 Punkten im zweiten Preis. Dafür wurde ihm das Leistungszeichen Sp/J verliehen.
07.11.2011 - Baueignungsbewertung
Ebenfalls mit Bravour bestand Buntspecht am 07.11.2010 im Alter von gut 10 Monaten die Baueignungsbewertung bei der Sektion Ansbach im Dachshundclub Nordbayern. Dafür wurde ihm das Leistungszeichen BhFK/95/J verliehen.
Herbst / Winter 2010
Seine erste Drückjagdsaison meisterte Buntspecht mit Bravour. Sowohl beim Stöbern wie auch bei einigen kleinen Nachsuchen bewies Passion und Können.
06.02.2011 - Zuchtschau der Sektion Stuttgart
Seinen ersten und zugleich letzten Auftritt bei Zuchtschauen und Ausstellungen in der Jugendklasse hatte Buntspecht am 06.02.2011 bei der Zuchtschau der Sektion Stuttgart. Richter Georg Lang, der ihn als "noch nicht ganz fertig" bezeichnete, bewertete ihn mit der Formwertnote "sehr gut".
27.02.2011 - Naturbauprüfung Fuchs
Noch kurz vor Ende der Jagdsaison hatte Buntspecht, gerade einmal 14 Monate alt, am 27.02.2011 die Gelegenheit, die Naturbauprüfung am Fuchs abzulegen. Er nutzte diese Gelegenheit und arbeitete in Anwesenheit der Gebrauchsrichterin Anja Haan und zweier Zeugen 17 Minuten lang am Naturbau, bis der Fuchs endlich sprang. Eine beeindruckende Leistung, wofür ihm von der DTK-Kommission für Naturarbeiten das Leistungszeichen Bauhund-Natur/Fuchs - BhN/F - verliehen wurde.
29.03.2011 - Begleithundekurs
Da Buntspecht nicht nur ein leistungsstarker und erfolgreicher Jagdhund, sondern auch ein gut ausgebildeter und gehorsamer Begleithund werden soll, beginnt jetzt für ihn die Ausbildung im Begleithundelehrgang der Sektion Ostalb, die im Sommer erfolgreich mit der Begleithundeprüfung abgeschlossen werden soll.
17.04.2011 - Spurlautprüfung
Gerade erst drei Wochen der Jugendklasse entwachsen, ist Buntspecht am Sonntag, dem 17.04.2011 im Alter von 15 Monaten erstmals als "erwachsener" Teckel bei der Spurlautprüfung der Sektion Ostalb in Unterwilfingen angetreten. Er bestand die Prüfung mit 97 Punkten im ersten Preis, wofür ihm das Leistungszeichen Sp verliehen wurde.
30.04.2011 - Kaninchenschleppe/Herausziehen
Am 30.04.2011 hatte Buntspecht die seltene Gelegenheit, an der speziell für Zwerg- und Kaninchenteckel vorgesehenen Prüfung "Kaninchenschleppe/Herausziehen" bei der DTK-Gruppe Warendorf teilzunehmen. Er bestand die Prüfung mit voller Punktzahl von 100 Punkten im 1. Preis, wofür ihm das Leistungszeichen KSchlH verliehen wurde.
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